Hausgemeinschaften/Pflegewohngruppen

Betreuungseinrichtungen mit "Rund-um-die-Uhr-Versorgung"

An dieser Stelle sollen Ihnen zunächst die folgenen Fragen beantwortet werden:

 

Was sind Betreuungseinrichtungen? Welche Unterschiede gibt es?

Welche Leistungen bieten Betreuungseinrichtungen?

Wann ist die Pflege in einer Betreuungseinrichtung sinnvoll?

Entscheidungshilfen für die Auswahl einer Betreuungseinrichtung

Mein demenzkranker Angehöriger zieht in eine Betreuungseinrichtung - worauf ist zu achten?

Welche Schwierigkeiten können bei dement gewordenen Menschen auftreten?

Sicherheit und Orientierung geben durch Kleingruppen-Angebote

Die Einbeziehung der Angehörigen schafft Vertrauen

Die Biografie des Bewohners ist der Schlüssel zu seinem Verständnis

Ärztlich-psychiatrische Hilfe und Beratung

Welche Kosten entstehen in einer Hausgemeinschaft/Pflegewohngruppe?

An wen wende ich mich bei Problemen?

Sind noch Fragen offen?

Hausgemeinschaften/Pflegewohngruppen im Kreis Gütersloh

 

 

 

Was sind Betreuungseinrichtungen? Welche Unterschiede gibt es?

 

Im Rahmen der pflegerischen Versorgung gibt es zwei Gruppen bei den Betreuungseinrichtungen, die eine Betreuung Ihres Angehörigen „Rund um die Uhr“ sicherstellen: Zum einen die Hausgemeinschaften bzw. Pflegewohngruppen, zum anderen stationäre Pflegeeinrichtungen (im allgemeinen Sprachgebrauch: Alten- und Pflegeheime).

Hausgemeinschaften bzw. Pflegewohngruppen und stationäre Pflegeeinrichtungen bieten eine umfassende Pflege, Betreuung und Versorgung chronisch kranker und pflegebedürftiger Menschen und unterliegen dem Gesetz über das Wohnen mit Assistenz und Pflege in Einrichtungen (Wohn- und Teilhabegesetz - WTG) und werden von der Heimaufsicht (siehe Seite 60) überwacht.

Zwischen den beiden Versorgungsformen gibt es allerdings zwei wesentliche Unterschiede: Zum einen die Größe der Einrichtungen, zum anderen die unterschiedliche Kostenstruktur und Finanzierung.



Hausgemeinschaften umfassen in der Regel bis zu zwei Pflegewohngruppen, in denen je Wohngruppe ca. acht Personen gemeinsam in einer großen Wohnung oder in einem Haus zusammen leben. Die häuslich-familiäre Atmosphäre in einer Wohngemeinschaft bzw. Pflegewohngruppe soll insbesondere Demenzkranken und/oder psychisch Kranken eine höhere Lebensqualität bieten. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, nach Möglichkeit mit eigenem Bad. Das Herzstück der Wohngruppen bildet ein überwiegend sehr großzügiger Gemeinschaftsbereich mit Küche, Wohn- und Esszimmer. Dort spielt sich das Alltagsleben in der Wohngruppe ab –  es wird gemeinsam gekocht, gegessen, geklönt und vieles mehr. Das charakteristische an Wohngemeinschaften und Pflegewohngruppen ist, dass in ihnen Hauswirtschaft mit der pflegerischen und psychosozialen Betreuung Hand in Hand geht. Keines der Aufgabenfelder hat ein grundsätzliches Übergewicht, sie bedingen und ergänzen einander. Die Betreuung wird durch einen ambulanten Pflegedienst, der rund um die Uhr vor Ort ist, sichergestellt. Der Pflegedienst ist verantwortlich für die Pflege, die soziale Betreuung und die hauswirtschaftliche Versorgung. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden begleitet, und mit ihnen wird gemeinsam der Alltag gestaltet.

Stationäre Pflegeeinrichtungen, auch Alten- und Pflegeheime genannt, sind zumeist größere Häuser, in denen durchschnittlich 80 – 120 pflegebedürftige Bewohner in Einbett- oder Zweibettzimmern dauerhaft wohnen und rund um die Uhr gepflegt und versorgt werden. Neben der  vollstationären Langzeitpflege wird in diesen Einrichtungen auch Kurzzeit- und Verhinderungspflege (Urlaubspflege) angeboten. Neben der Größe (im Kreis Gütersloh von 30 Bewohnerplätzen bis zu 148) gibt es zwischen den stationären Pflegeeinrichtungen auch organisatorisch und konzeptionell erhebliche Unterschiede. So sind z. B. die Wohnbereiche  je nach konzeptioneller Ausrichtung und Zielgruppe unterschiedlich in der Gruppengröße und Ausstattung. Im Rahmen von Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen ist inzwischen auch in einigen stationären Einrichtungen das zuvor beschriebene Wohngruppenkonzept ganz oder teilweise – in einigen Wohnbereichen oder im gesamten Haus – umgesetzt worden,     d. h. die Pflegebedürftigen leben in kleineren Gruppen zusammen, in denen z. B. auch jeweils vor Ort gekocht wird. Dieses sogenannte „Hausgemeinschaftskonzept“ soll eine häuslich-familiäre Atmosphäre schaffen und dadurch insbesondere den stationär versorgten Demenzkranken eine höhere Lebensqualität bieten.


Die unterschiedliche Finanzierung der dargestellten Betreuungseinrichtungen wird im weiteren Verlauf ausführlich dargestellt.



Welche Leistungen bieten Betreuungseinrichtungen?


Betreuungseinrichtungen bieten umfassende Betreuung und Versorgung rund um die Uhr. Dazu zählen selbstverständlich die Grund- und Behandlungspflege sowie die gesamte hauswirtschaftliche Versorgung. Darüber hinaus werden aber je nach Einrichtung auch diverse Betreuungsangebote vorgehalten, wie z. B. Beschäftigungsangebote, ehrenamtliche Besuchsdienste, Ergotherapie, Gedächtnistraining, gemeinsame Aktivitäten (z. B. Ausflüge), Gesprächskreise (auch für Angehörige), Gottesdienste/Bibelstunden, Nachtcafe, Senioren- und Krankengymnastik, Seniorentanz, tagesstrukturierende Gruppenangebote. Die einzelnen Angebote der Einrichtungen hängen sehr stark von der jeweiligen Ausrichtung der Einrichtung ab, die in einem entsprechenden Konzept festgelegt ist.



Wann ist die Pflege in einer Betreuungseinrichtung sinnvoll?


Die wenigsten wünschen sich, ihren Lebensabend in einer Einrichtung zu verbringen. Der Schritt, in eine solche Einrichtung zu ziehen bzw. einen Angehörigen dort unterzubringen, fällt daher häufig entsprechend schwer. Aber es gibt Fälle, in denen die Pflege in einer Betreuungseinrichtung sinnvoll oder sogar notwendig ist.

Die Pflege in einer Betreuungseinrichtung kann sinnvoll sein,

 

  • wenn die Pflege in der eigenen Wohnung auch unter der Inanspruchnahme professioneller Hilfe nicht sichergestellt werden kann (weil z. B. der pflegende Angehörige selbst krank wird und die Pflege nicht mehr durchführen kann).
  • wenn rund um die Uhr Beaufsichtigung und Betreuung (z. B. bei fortgeschrittener Demenz) erforderlich ist.
  • wenn der Betroffene zu vereinsamen und/oder zu verwahrlosen droht.


Entscheidungshilfen für die Auswahl einer Betreuungseinrichtung


Folgende Fragen können für Sie bei der Auswahl einer Betreuungseinrichtung hilfreich sein. Stellen Sie vor dem Besuch in der Einrichtung die Punkte zusammen, die für Sie besonders wichtig sind. Anhand dieser „Checkliste“ können Sie dann auch verschiedene Einrichtungen vergleichen.

  • Gibt es – zur Mitgestaltung des Lebens in der Betreuungseinrichtung – eine Bewohnervertretung?
  • Ist eine Kündigung des Vertrages mit der Betreuungseinrichtung ohne triftige Gründe möglich? Ist eine kurzfristige Kündigung des Vertrages möglich?
  • Wird beim Einzug eine Kaution oder ein Darlehen verlangt?
  • Werden neben dem Pflegesatz noch Neben- bzw. Zusatzkosten erhoben? Liegen darüber entsprechende Preislisten aus?
  • Sind die gesamten anfallenden Kosten aufgeschlüsselt und verständlich dargestellt?
  • Muss bei Urlaub oder Krankheit der volle Preis weiter bezahlt werden? Ab welchem Tag kommt es zur Preisminderung?
  • Sind die Urlaubszeiten begrenzt? Wie lange vorher muss der Urlaub angemeldet werden?
  • Erhalten die Bewohner einen Haustürschlüssel?
  • Müssen längere Abwesenheitszeiten oder auch ein kurzes Verlassen der Pflegeeinrichtung vorher angemeldet werden?
  • Gibt es Gästezimmer für Angehörige?
  • Werden Einzelzimmer angeboten?
  • Kann eigenes Mobiliar mitgebracht werden?
  • Wie ist die übliche Zimmergröße und Bettenzahl je Zimmer?
  • Wie viele Kräfte versorgen wie viele Bewohner?
  • Welches Personal (Qualifikation) ist wann anwesend, insbesondere nachts?
  • Haben die Bewohner freie Arztwahl?
  • Gibt es einen Speiseplan mit Menüauswahl? Diät? Schonkost?
  • Wie sind die Essenszeiten?
  • Ist die Betreuungseinrichtung barrierefrei gebaut und eingerichtet? Gibt es in ausreichendem Umfang Griffe und Geländer, rutschfeste Böden? Bei mehrgeschossigen Bauten: Sind Fahrstühle vorhanden?
  • Gibt es eine Wechselsprech- oder Telefonanlage zur Kommunikation im Haus?
  • Haben Bewohner einen eigenen Telefonanschluss?
  • Gibt es Einkaufsmöglichkeiten im Haus?
  • Gibt es in der näheren Umgebung Geschäfte, Gaststätten, Cafés?
  • Ist die Betreuungseinrichtung gut ans Verkehrsnetz angebunden?
  • Hat die Pflegeeinrichtung ein Fahrzeug, mit dem auf individuellemn Wunsch hin Fahrten möglich sind?
  • Gibt es in erreichbarer Näe Post, Kirche, Ärzte?
  • Beinhaltet das Leben in der Einrichtung ein gutes Unterhaltungs- und Freizeitprogramm?
  • Dürfen Bewohner morgens so lange schlafen wie sie wollen bzw. abends zu Bett gehen wann sie möchten?
  • Sind Haustiere erlaubt?

 


 

Mein demenzkranker Angehöriger zieht in eine Betreuungseinrichtung – worauf ist zu achten?

 

Die Demenzerkrankungen (Altersverwirrtheit) sind die häufigste Ursache dafür, dass ein alter Mensch sich zu Hause nicht mehr versorgen kann oder dass die Angehörigen mit seiner Betreuung überfordert sind. Auch wenn man zuvor alles versucht hat, bleibt manchmal zuletzt nur noch die Möglichkeit der Pflege und Betreuung in einer entsprechenden Einrichtung.


Wenn ein geeigneter Platz für einen demenzkranken Menschen gesucht wird, haben Angehörige oft die Schwierigkeit, dass sie nicht recht wissen, wonach sie ein geeignetes Haus aussuchen sollen. Denn für diese Bewohnergruppe sind andere Dinge wichtiger als solche, die uns vielleicht ins Auge fallen, wenn wir eine Einrichtung zum ersten Mal betreten. Die nachstehenden Informationen sollen Angehörige in die Lage versetzen, gezielt nachzufragen, wenn sie eine Betreuungseinrichtung auswählen. Darüber hinaus sollen sie die Möglichkeit bekommen, zusammen mit den Mitarbeitern daran mitzuwirken, dass die Situation für demenzerkrankte Bewohner so angenehm wie möglich gestaltet werden kann.



Welche Schwierigkeiten können bei dement gewordenen Menschen auftreten?

 

Nicht jede Demenz geht mit Verhaltensschwierigkeiten einher. Insbesondere bei fortgeschrittener Demenz können aber Probleme auftreten, die Betroffene und ihre Helfer vor besondere Herausforderungen stellen, zum Beispiel: depressives Verhalten, Stimmungsschwankungen, zielloser Aktivitätsdrang, Weglaufen/Umherwandern, Aggressivität/Enthemmungen, schwieriges Inkontinenzverhalten, Tag-Nacht-Rhythmusstörungen.


 

Sicherheit und Orientierung geben durch Kleingruppen-Angebote


Demente Menschen können sich häufig nicht mehr alleine beschäftigen. Folge: sie laufen umher, wirken störend auf andere Bewohner oder sitzen „nur so herum“. Diesen Bewohnern sollte in einer ruhigen und anregenden Atmosphäre ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gegeben werden. Besonders Beschäftigungsangebote haben sich hier als sehr hilfreich erwiesen. Voraussetzungen dafür sind geschultes Personal und geeignete Räume.
Tagesgruppen für 8 -10 Bewohner sollten sowohl vormittags als auch nachmittags, an möglichst vielen Wochentagen, angeboten werden. Bewährt haben sich dabei unter anderem folgende Angebote:

  • Regelmäßige einfache Aktivitätsangebote in der Gruppe (z. B. Wäsche falten, Kartoffeln schälen, Hausarbeiten, Tageszeitung lesen, spazieren gehen, gemeinsam einkaufen),
  • Angebote für spezielle „Hobby-Aktivitäten“,
  • jahreszeitliche Gestaltung der Räume, möglichst gemeinsam gefertigt, regionale Bräuche oder Feste geben zeitliche Orientierung,
  • Schaffen eines familiär wirkenden Rahmens durch gleich bleibende Bewohnergruppe und Betreuungsperson,
  • ein „Nacht-Café“ (Kontaktraum für alle Bewohner, die länger aufbleiben wollen, klönen, fernsehen, spielen zusammen mit einem Mitarbeiter) hilft gegen die für viele Demenzerkrankte typische Unruhe in den Abend- und Nachtstunden.

 

Die Einbeziehung der Angehörigen schafft Vertrauen


Gute Angehörigenarbeit berücksichtigt auch spezielle Wünsche und Bedürfnisse von Angehörigen und ist für Kritik offen. Wenn Mitarbeiter und Angehörige Verständnis füreinander haben, kann Misstrauen, Ärger und Missverständnissen vorgebeugt werden. Hierzu können beitragen:


•    Informationsbroschüre über die Einrichtung,
•    guter Informationsfluss zwischen Mitarbeitern und Angehörigen,
•    Angehörige können, wenn sie es wünschen, in die Pflege mit einbezogen werden (z. B. beim Essen reichen, Haare waschen),
•    Informationsabende oder eine Angehörigengruppe ermöglichen Erfahrungsaustausch,
•    regelmäßig durchgeführte Fragebogenaktionen erfassen die Zufriedenheit der Angehörigen (Kunden).


 

Die Biografie des Bewohners ist der Schlüssel zu seinem Verständnis


Viele alte Menschen können nicht mehr aktiv ausdrücken, was sie mögen und was sie stört. Sie leiden darunter, dass ihr Erinnerungsvermögen nach und nach abnimmt oder vereinsamen innerlich, weil ihre Lebensgeschichte nicht mehr gefragt ist. Hier setzt die Biografiearbeit an, die mit verschiedenen Methoden Zugänge zur Vergangenheit bietet.


•    Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick bizarr oder störend sind, können mit Hilfe biografischer Informationen entschlüsselt oder beseitigt werden.
•    Biografiearbeit weckt und erhält das Interesse an der Persönlichkeit des alten Menschen.
•    Fotos, Möbel, Dekorationsgegenstände und Gespräche über „früher“ helfen mit, dass die Erinnerung und das Bewusstsein der Lebensleistung so lange wie möglich erhalten bleiben.


 

Ärztlich-psychiatrische Hilfe und Beratung


Die ärztliche Behandlung von Verhaltensstörungen im Alter ist inzwischen zu einem Spezialgebiet geworden. Neben der hausärztlichen Behandlung, die weiterhin die Basis der ärztlichen Versorgung darstellt, ist es daher für demenzkranke Bewohner von Betreuungseinrichtungen manchmal wichtig, darüber hinaus von einem Facharzt für Psychiatrie mitbehandelt zu werden, der über gute  Kenntnisse der Alterspsychiatrie (= Gerontopsychiatrie) verfügt. Dies gilt insbesondere für Bewohner, die langfristig mit psychiatrischen Medikamenten (= Psychopharmaka) behandelt werden müssen.

 

  • Für viele Bewohner von Betreuungseinrichtungen ist es schwierig, in der Praxis eines Facharztes lange warten zu müssen, oft ist schon der Transport dahin nicht zumutbar. Die Einrichtung sollte mit einem Facharzt/ Ambulanz für Psychiatrie zusammenarbeiten, der Hausbesuche in der Einrichtung macht und bei Bedarf Fallgespräche anbietet. Darüber hinaus kann es manchmal notwendig sein, eine andere Fachkraft (z. B. Psychologe) hinzuzuziehen.
  • Demenzkranke Menschen können oft nicht selber äußern, welche körperlichen Beschwerden sie haben. Daher ist es wichtig, dass die Mitarbeiter auf diese Dinge besonders achten. Manchmal muss dabei eine direkte Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Psychiater erfolgen.
  • Regelmäßige Fortbildungen für die Mitarbeiter von Betreuungseinrichtungen zu allen Themen des Umgangs mit psychischen Alterskrankheiten. Die Einrichtung sollte solche Fortbildungen ermöglichen und unterstützen. 

 

Welche Kosten entstehen in einer Hausgemeinschaft/ Pflegewohngruppe?

 

Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, wie bei den stationären Pflegeeinrichtungen, da auch diesbezüglich zwei Gruppen zu unterscheiden sind: Die meisten Hausgemeinschaften/ Pflegewohngruppen haben eine Vereinbarung mit dem Kreis Gütersloh abgeschlossen, in denen Pauschalen vereinbart worden sind. Dies stellt sicher, dass es einen festen Kostenrahmen gibt, der sich lediglich bei einem Wechsel des Pflegegrades ändert. Im Übrigen wird die Höhe der Pauschalen durch den Kreis Gütersloh überprüft. Es gibt jedoch auch Anbieter, die auf den Abschluss einer Vereinbarung über Pauschalen verzichtet haben und individuelle Vereinbarungen mit jedem Bewohner abschließen.  
Grundsätzlich wird bei allen Angeboten ein Mietvertrag über den genutzten Wohnraum –sprich das Einzelzimmer und anteilige Gemeinschaftsflächen – geschlossen. Daneben wird ein Vertrag mit dem ambulanten Pflegedienst, der die Hausgemeinschaft/ Pflegewohngruppe betreibt, über die pflegerische Versorgung und die Betreuung geschlossen. Außerdem ist üblicherweise ein Anteil für die hauswirtschaftliche Versorgung zu zahlen (Haushaltsgeld).

Finanzierung:
Die Pflegekasse zahlt bei Vorliegen der Pflegegrade 2 - 5 zu den Pflegeleistungen die Sachleistungspauschale.
Die nach Abzug der Sachleistungen verbleibenden Pflege- und Betreuungsleistungen sowie die Versorgungsleistungen sind vom Pflegebedürftigen selbst zu zahlen. Kann er für diese Kosten nicht selbst aufkommen, kann ergänzend Sozialhilfe beantragt werden.

 

Ein kurzes Rechenbeispiel am Beispiel einer Hausgemeinschaft mit Vereinbarung über Pauschalen soll dies verdeutlichen:

Miete: Kaltmiete z. B. 7,60 € x 50 qm = +    380,00 €
Nebenkosten z.B. +    180,00 €
Pflege- und Betreuungspauschale z.B. bei Pflegegrad 4 + 2.515,00 €
Grundpauschale (Haushaltsgeld) +    210,00 €
+ Barbetrag/Taschengeld +    110,43 €
- Einkommen (z.B. Renten) des Pflegebedürftigen -     900,00 €
- Pflegeversicherungsleistung -  1.612,00 €
= verbleibende offene Kosten (ggf. Sozialhilfebedarf)       883,43 €

 

Die Abrechnung in Hausgemeinschaften/ Pflegewohngruppen ohne eine Vereinbarung über Pauschalen setzten sich im Grunde ähnlich zusammen. Insbesondere die Kosten für die Pflege werden aber in einem individuellen Pflegevertrag zwischen dem ambulanten Pflegedienst und dem Pflegebedürftigen geregelt.


 

An wen wende ich mich bei Problemen?


Sollten während des Aufenthaltes in einer Betreuungseinrichtung Probleme auftreten, empfiehlt es sich in der Regel, zunächst das Gespräch mit der verantwortlichen Pflegedienstleitung bzw. der Einrichtungsleitung zu suchen, um gemeinsam und im Interesse aller Beteiligten eine Lösung zu finden. Kann Ihr Problem auf diesem Wege nicht zufriedenstellend gelöst werden, können Sie sich auch an die Heimaufsicht des Kreises Gütersloh wenden.


 

Sind noch Fragen offen?

 

Dann wenden Sie sich gerne an die Pflegeberatungsstelle in Ihrem Rathaus.


 

Hausgemeinschaften/Pflegewohngruppen im Kreis Gütersloh

 

Eine Übersicht über alle Hausgemeinschaften/Pflegewohngruppen im Kreis Gütersloh mit Informationen zu den Leistungen, zu freien Plätzen und Preisen finden Sie hier...