Pflege-/Betreuungskräfte aus Osteuropa in deutschen Haushalten

Die meisten Menschen wünschen sich, zu Hause gepflegt zu werden, auch wenn die Pflegebedürftigkeit so weit fortgeschritten ist, dass eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung und Versorgung im wesentlichen durch professionelle Pflegekräfte erforderlich ist.

Aus Kostengründen sehen viele Familien in der Einstellung von osteuropäischer Hilfen den einzigen Ausweg, um für ihre Angehörigen den Umzug in eine Pflegeeinrichtung zu vermeiden.

 

Rechtliche Situation

 

Die Beschäftigung von osteuropäischen Hilfs- und Pflegekräften in deutschen Haushalten ist an viele  Voraussetzungen gebunden, die je nach Fallkonstellation unterschiedlich sein können und insofern von den Beteiligten in jedem Einzelfall individuell zu prüfen sind. Dabei geht es insbesondere um aufenthalts-, arbeits-, steuer- und sozialrechtliche Bestimmungen. Auch wenn inzwischen eine Reihe von Vermittlungsagenturen offensiv damit werben, dass ihr Angebot mit der Gesetzeslage in Einklang steht, kann dies oft nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Wenn ein Verstoß gegen geltendes Recht festgestellt wird, kann das für die Familien hohe Bußgelder nach sich ziehen.

Um auf der rechtlich sicheren Seite zu sein, wird Betroffenen empfohlen, sich wegen der Vermittlung von Hilfen aus Osteuropa mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) bei der Bundesagentur für Arbeit in Verbindung zu setzen. Haushaltshilfen aus Osteuropa dürfen seit Januar 2010 auch notwendige pflegerische Alltagshilfen leisten, das sind z. B. Hilfen beim An- und Auskleiden,  Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, bei der Körperpflege, beim Essen und Trinken sowie der Fortbewegung. Darüber hinausgehende pflegerische Leistungen, insbesondere Behandlungspflege (u.a. Wundversorgung, Verbandwechsel, Medikamentengabe, Blutdruck- und Blutzuckermessung) sind hingegen nicht erlaubt. Die Kosten für ausländische Haushaltshilfen sind  nicht mit der Pflegekasse abrechnungsfähig.

Über Details der neuen Möglichkeiten und zum Vermittlungsverfahren von Haushaltshilfen informiert die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) bei der Bundesagentur für Arbeit. Die ZAV informiert über Zulassungsbedingungen und die Antragstellung. Wer eine Haushaltshilfe aus Osteuropa beschäftigen möchte, reicht den Antrag bei der örtlichen Agentur für Arbeit ein. Wenn der Haushalt noch keine Hilfskraft kennt, unterbreitet die ZAV Vorschläge aus ihrem Bewerberpool.


 

Weitere Infos finden Sie hier:

 

  • Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Umfassende Informationen zum Thema  "Osteuropäische Betreuungskräfte in Privathaushalten?"  bietet  die Verbraucherzentrale  im Internet unter

 
Auf diesen Internetseiten finden Sie auch die von der Verbraucherzentrale zusammen gestellte Übersicht "Grundlagen der Bedingungen und Voraussetzungen zur legalen Beschäftigung osteuropäischer Haushaltshilfen". Zum Download klicken Sie bitte hier...
 
  • Stiftung Warentest Heft 5/2017

Stiftung Warentest hat 13 Vermittlungsagenturen getestet. Den gesamten Artikel können Sie gegen eine Geführ von 3,50 € hier downloaden.

 


 

  •  ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) bei der Bundesagentur für Arbeit

Über die Voraussetzungen für die Vermittlung von Haushaltshilfen in Haushalte mit Pflegebedürftigen nach Deutschland informiert Sie die ZAV.

Interessierte erreichen die ZAV wie folgt:

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung- Info-Center
Villemombler Straße 76
53123 Bonn

Tel.:                 0228/713 1414
E-Mail:             zav-auslandsvermittlung@arbeitsagentur.de
Internet:           www.arbeitsagentur.de /Bürgerinnen und Bürger/Arbeit und Beruf/ Vermittlung/Haushaltshilfen